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Ich heiße Merlin und habe in Haus 22i gewohnt. Ich wurde im Jahr 2000 in Kassel geboren und sollte eigentlich gar nicht weiterleben. Aber ein freundlicher Mensch und seine Frau haben mich zu sich aufgenommen. Sie nannten mich "Popeye". Dort habe ich auch "Tweety" getroffen. Sie ist ein Jahr älter als ich und sie hat mich zusammen mit den Menschen groß gezogen. Als ich drei Jahre alt war, hat mein Herrchen sich ein neues Frauchen gesucht und die wollte von uns beiden Katzen nichts wissen. Sie hatte eine Allergie. Ein paar Monate mussten wir deshalb im Keller leben, konnten aber auch in den Garten. Nur das Schmusen auf der Couch, das ging nicht mehr. Unser Herrchen kam dazu immer in den Keller. Irgendwie war das nicht so schön wie auf dem Sofa. Dann hat mein Herrchen sich entschlossen, uns wegzugeben und uns im Internet angeboten. Das war am 12. Dezember 2003. Am nächsten Tag durften wir wieder nach langer Zeit ins Wohnzimmer und auf die Couch und den Hocker. Der war übrigens mein Lieblingsplatz, weil er vor dem Kamin stand. Aber wir haben nicht geahnt, warum wir so plötzlich die alten Gewohnheiten wieder aufnehmen durften. Am Nachmittag standen zwei Leute im Zimmer. Die haben uns beäugt, gestreichelt und lange mit unserem Herrchen gesprochen. Dann haben wir ganz feine Pastete bekommen, zum Abschied und mit Beruhigungstabletten und die beiden Fremden haben uns in Körbchen eingesperrt und in ihr Auto gestellt. Dann sind wir ganz lange gefahren, bis wir in Mainz-Kastel waren. Dort war alles ganz anders als in Kassel und wir haben uns erst einmal in Kisten und Kartons versteckt oder in die Ecken gedrückt. Aber bald haben wir gemerkt, dass die beiden gar nicht so übel sind und haben auch akzeptiert, dass sie uns neue Namen gegeben haben: Merlin und Morgane, der Zauberer und die Fee. Die haben uns auch gleich gut gefallen und wir haben schon nach ein paar Tagen auf die Namen gehört. Wir durften durch das ganze Haus tollen und auf dem Sofa liegen. Und das tolle war, dass es fast genau das gleiche Sofa war wie in Kassel. Nur der Kamin fehlte und so habe ich mich nicht mehr auf den Hocker gesetzt, sondern mir an der Armlehne der Couch meinen Schlafplatz eingerichtet. Zu jeder Tages- und Nachtzeit konnten wir zu den beiden; einfach nur dabei liegen, kuscheln oder ganz toll schmusen. Die haben keine Allergie! Außerdem haben wir gemerkt, dass hinter dem Haus ein ganz großer Spielplatz für uns ist und sobald ich konnte, bin ich ausgebüchst und habe mir die Gegend angeschaut. Abends durfte dann auch Morgane raus. Von diesem Tag an, haben wir ein tolles Leben gehabt, mit vielen Mäusen, Ratten, Vögeln. Meistens haben wir nur die Mäuse erwischt, bei Ratten waren wir vorsichtig und die Vögel waren fast alle viel zu schnell weg. Von den drei oder vier Vögeln, die ich gefangen habe, haben sich zwei nur tot gestellt und sind mir wieder entwischt. Aber Mäuse habe ich viele nach Hause gebracht, vor allem die großen Feldmäuse. Aber unsere Menschen konnten damit nichts anfangen; die toten Mäuse haben sie wegbracht und die lebenden mit viel Tamtam gefangen und am Rhein wieder ausgesetzt. Und auch andere Katzen waren da. Tom aus dem 20er-Block, Simba von 26h und Busti aus der Nachbarschaft, mit dem wir im Sommer immer stundenlang in unserem Garten zusammengesessen sind. Unser Frauchen hat dazu "das große Katzensitzen" gesagt. Das "kleine Katzensitzen" waren Morgane und ich. Oft kamen auch fremde Hunde vorbei. Vor denen musste ich meine "Mama" Morgane immer beschützen. Aber Fritz, den Nachbarshund habe ich im Griff gehabt. Der hat uns beide nicht belästigt; ich aber manchmal ihn und sein Herrchen. Das darfst Du aber niemandem erzählen. Ja, zwei ganz tolle Sommer habe ich damit verbracht zu jagen, mein Revier zu verteidigen und die Nachbarn zu ärgern. Als der dritte Sommer begann ist meine Krankheit ausgebrochen, von der niemand etwas wusste. Ich musste nur eine Woche leiden, dann hat mir der Tierarzt am 27. April 2006 eine Spritze gegeben. Meine beiden Menschen waren sehr traurig und auch Morgane hat mich vermisst. |
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